Köln, 14. Juli 2026 — Der deutsche Fahrradmarkt befindet sich nach den außergewöhnlichen Wachstumsjahren der Pandemie in einer Phase der Konsolidierung. 2025 sinkt das Marktvolumen um 5,1 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro und verzeichnet damit den dritten Umsatzrückgang in Folge.
Dennoch liegt der Markt weiterhin deutlich über dem Niveau vor dem Corona-Boom, wie der aktuelle „Branchenbericht Fahrräder 2026“ von IFH KÖLN und BBE Handelsberatung zeigt.
„Der dritte Rückgang in Folge zeigt: Der Radmarkt befindet sich in der Konsolidierung. Während viele Händler unter Druck geraten, nutzen strategisch klug agierende Unternehmen die Krise zur Stärkung ihrer Marktposition und gewinnen Marktanteile.
Wer jetzt seine Prozesse optimiert, eine klare strategische Positionierung besitzt und seine Zahlen im Griff hat, wird gestärkt aus dieser Phase hervorgehen“, erklärt Florian Schöps, Manager Unternehmensberatung bei der BBE Handelsberatung.
Straßensporträder, E-Gravelbikes und Kinderfahrräder trotzen dem Markttrend
Während sich der Gesamtmarkt rückläufig entwickelt, setzen einzelne Warengruppen positive Impulse. Besonders Straßensporträder inklusive Gravelbikes konnten ihre Marktanteile ausbauen. Auch innerhalb des insgesamt rückläufigen E-Bike-Marktes gibt es Lichtblicke: So zählen E-Gravelbikes trotz ihres bislang noch kleinen Marktanteils zu den Wachstumstreibern des Jahres.
Auch sonstige E-Bikes wie elektrische Allterrain-Bikes (ATB) entwickeln sich positiv. Zusätzliche Nachfrage kommt von Kinder- und Jugendrädern, die aktuell von den höheren Geburtenzahlen während der Corona-Pandemie profitieren.
„Gravelbikes haben das Segment der Straßensporträder nachhaltig verändert und für deutlich mehr Dynamik gesorgt. Die Räder verbinden sportliche Performance mit hoher Alltagstauglichkeit und sprechen damit weit über die klassische Rennradzielgruppe hinaus sowohl ambitionierte Sportler:innen als auch Freizeitradler:innen an.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei E Gravelbikes, die von ihrem vielseitigen Einsatz für Touren, Freizeit und Alltag profitieren. Das schafft neue Wachstumspotenziale für den Fahrradmarkt“, so Christoph Lamsfuß, Senior Projektmanager am IFH KÖLN.
Große Fachmärkte gewinnen Marktanteile – kleinere Händler setzen auf Service
Auch bei den Vertriebsstrukturen zeigt sich eine zunehmende Differenzierung des Marktes. Der Fahrradfachhandel bleibt mit Abstand der wichtigste Vertriebsweg, innerhalb des Kanals gewinnen jedoch größere Fachmärkte und Filialisten weiter an Bedeutung.
Sie profitieren von breiten Sortimenten und großzügigen Präsentationsflächen für E-Bikes und Lastenräder. Gleichzeitig schärfen viele kleinere und mittelständische Händler ihr Profil, indem sie verstärkt auf Werkstatt-, Service- und Reparaturleistungen setzen und so zusätzliche Ertragsquellen erschließen. Trotz der Konsolidierung bleibt die Zahl der Marktteilnehmer vergleichsweise stabil: Seit 2016 sind lediglich 124 Fahrradhändler aus dem Markt ausgeschieden.
Über die Studie
Der „Branchenbericht Fahrräder“, Jahrgang 2026, des IFH KÖLN in Zusammenarbeit mit der BBE Handelsberatung zeigt die zentralen Entwicklungen des deutschen Fahrradmarktes auf. Die Studie bietet detaillierte Ergebnisse zu Marktvolumen, Teilmärkten und Vertriebsstrukturen sowie eine Marktprognose bis 2030. Sie umfasst unter anderem folgende Inhalte:
• Marktvolumen auf Endverbraucherebene 2016 bis 2025
• Analyse der Teilmärkte 2016 bis 2025
• Vertriebswegeprofile, Vertriebsstrukturen 2016 bis 2025
• Marktprognose 2026 bis 2030