Fahrräder 2023: Ist der Boom vorbei?

05.06.2023
Fahrradmarkt blickt trotz schwieriger Rahmenbedingungen auf erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Branche verzeichnet 2022 nominales Umsatzplus: Plus 9,5 Prozent auf ein Gesamtmarktvolumen von elf Millionen Euro und trotz Preissteigerungen auch reale Gewinne. Den Großteil machen E-Bikes und deren Zubehörprodukte aus. 2023 deutet sich ein schwieriges Jahr für die Fahrradbranche an.

Lieferkettenprobleme, steigende Verbraucherpreise und Konsumzurückhaltung: Auch die boomende Fahrradbranche war im vergangenen Jahr 2022 mit schwierigen Marktbedingungen konfrontiert. Trotzdem konnte der Markt rund um Fahrräder und Zubehörprodukte seinen Umsatztrend nach oben weiter fortsetzen und auf ein Marktvolumen von elf Milliarden Euro wachsen: Ein Plus von 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Vergleich zu 2018 hat sich das Marktvolumen 2022 verdoppelt. Zu diesen und weiteren Ergebnissen kommt der neue „Branchenbericht Fahrräder“ des IFH KÖLN und der BBE Handelsberatung. Die Prognose für die kommenden Jahre fällt vorsichtig verhalten aus. Nach dem Fahrradboom der letzten Jahre, gehen
die Expert:innen von einem langsameren Wachstum aus.

„Fahrräder bleiben ein Trendthema, auch wenn im ersten Halbjahr 2023 erstmals seit über zehn Jahren eine gewisse Kaufzurückhaltung zu spüren war. Megatrends, die die Branche beflügeln, und stetige Produktinnovationen werden den Fahrradhandel langfristig weiter wachsen lassen“, ordnet Florian Schöps, Senior Consultant bei der BBE Handelsberatung, die Daten ein.


E-Bikes bleiben Markttreiber
Gemessen an der Stückzahl ist das klassische Rad dominierend: Acht von neun Rädern auf deutschen Straßen sind mechanische Räder. In Bezug auf den Umsatz liegen die kostenintensiven E-Bikes vorne, denn rund 60 Prozent des Umsatzes in der Fahrradbranche fallen mittlerweile auf E-Bikes. Besonders beliebt bei elektrischen Rädern sind E-Mountainbikes und in den letzten drei Jahren auch vermehrt E-Lastenräder. Letztere profitieren vor allem durch die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten und staatliche Förderungen. Und: Durch den E-Bike-Trend ist auch der Bedarf an höherwertigen Zubehör wie Schlösser oder Tachos gestiegen. So hat das Fahrrad-Zubehör in Bezug auf das Marktvolumen inzwischen den Umsatz der klassischen, mechanischen Fahrräder überholt.


2023: Wachstum ausgebremst
Die Prognose für die Branche sieht im Vergleich zu den vergangenen Jahren – insbesondere seit 2020 – etwas verhaltener aus. Für das laufende Jahr 2023 rechnen die Expert:innen von IFH KÖLN und der BBE Handelsberatung aktuell mit einer Wachstumsrate von rund zwei Prozent (mittlere Prognosevariante). Für die kommenden Jahre bis 2027 wird sich der Markt wieder erholen – es sind durchschnittlich bis zu rund sieben Prozent jährliches Wachstum möglich. „Die Lieferkettenprobleme der vergangenen Jahre haben sich inzwischen entspannt. Die Läger sind voll und die Räder müssen teils mit großen Preisnachlässen verkauft werden. Das werden wir in den Umsätzen in diesem Jahr merken. Generell ist aber noch Luft nach oben, die Dynamik wird sich in den kommenden Jahren wieder normalisieren,“ so Christoph Lamsfuß, Senior Consultant am IFH KÖLN.

 

itZ0Nm0h9k581ISH-bar-stacked-vertical-marktanteilsentwicklung-der_1024x768.png

zur Studie

Ansprechpartner
schöps.jpg

Florian Schöps

Senior Consultant
Brienner Str. 45,
80333 München