Studie zeigt Mecklenburg-Vorpommern Wege in die Zukunft des Einzelhandels

Was kann getan werden, damit Kunden in die stationären Läden zurückkehren und die Online-Kaufkraft wieder in ihrer Stadt binden? Das ist die zentrale Frage, die eine vom Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung von Mecklenburg-Vorpommern präsentierte und von der BBE Handelsberatung und dem IfH Köln erarbeitete Studie beantworten will.

Und die zeigt: Der Handel ist für das nördliche Bundesland von herausragender Bedeutung. Einer Bestandsaufnahme der Branche zufolge generieren ihre 50.000 Beschäftigten immerhin einem Umsatz von circa 8,5 Milliarden Euro jährlich, davon etwa 25 Prozent allein durch Touristen.

Hauptbestandteil der Studie ist eine detaillierte, repräsentative Befragung von 4.215 Kunden in Mecklenburg-Vorpommern, die Auskunft über ihr Kaufverhalten on- und offline geben sollten. Diese ergab, dass etwas mehr als 90 Prozent der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft der Bevölkerung des Landes in die stationären Läden fließen. Das mag dafür sprechen, dass die Zufriedenheit der Menschen mit dem Einzelhandelsangebot generell hoch ist. Das heißt aber auch, dass die Menschen im Nordosten gut eine Milliarde Euro jährlich für Online-Shopping ausgeben. Tatsächlich fließt mit den Jahren weniger Geld in die Ballungsräume. Immerhin 40 Prozent der Befragten gaben an, dass sie dank Online-Shopping seltener in die Innenstädte fahren. Wichtigster Grund: Bequemlichkeit. Häufigste Motive für den Online-Einkauf sind demnach die bequeme Bestellung, Lieferung und Retoure sowie die große Auswahl von Produkten. Erst als Drittes nannten die Befragung günstigere Preise im Internet.

Die Studie zeigt aber auch, dass der Online-Handel nicht das Sterben des stationären Handels bedeutet: „Die Kunden kaufen gern in ihren Geschäften vor Ort ein, wenn das Angebot stimmt“, sagte Minister Christian Pegel anlässlich der Vorstellung der Studie und fügte hinzu: „Zugleich bietet die Digitalisierung Chancen, Angebotslücken durch Online-Angebote zu schließen und neue, alternative Versorgungsangebote zu entwickeln.“ Die Studie schlage daher bereits konkrete Lösungsansätze vor, um Online- wie stationären Handel mehr vor Ort zu binden. Dazu zählen zum Beispiel der flächendeckende Breitbandausbau, die Sicherung der Nahversorgung und die Verbesserung der Online-Sichtbarkeit der lokalen Händler.

Die Studie „Bedeutung der Digitalisierung für die Einzelhandels- und Versorgungsstruktur in Mecklenburg-Vorpommern“ kann ab sofort hier heruntergeladen werden.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Studie und zum Projekt.

Ansprechpartner:
Markus Wotruba

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