Händler wenig begeistert von temporärer Mehrwertsteuersenkung – BBE bietet mit Web-Seminar Unterstützung an

Die zum 1. Juli in Kraft tretende Mehrwertsteuersenkung ist ein Kernelement des zweiten Corona-Steuerhilfegesetzes. Händlern und Verbrauchern soll mit der Steuererleichterung dringend benötigte Liquidität für den Konsum gegeben werden. Hierfür wird der reguläre Mehrwertsteuersatz temporär von 19 auf 16 und der verminderte Satz von sieben auf fünf Prozent reduziert werden (§§ 12 Abs. 1, 28 Abs 1 u. 2 UStG).

Doch während die einen noch darüber streiten, ob die Maßnahme ihren Zweck erfüllen und die Kunden in der zweiten Jahreshälfte wieder in die Läden wird, bezweifelt die andere Seite, dass der finanziell klamme Handel die Einsparungen auch wirklich an die Verbraucher weiterreichen wird. Offen bleibt zudem die Frage, ob und wie einfach und schnell das überraschend verkündete Gesetz so kurzfristig von den Unternehmen umgesetzt werden kann. Das ist auch die Frage, die seit Tagen immer wieder an uns herangetragen wird.

Vor Inkrafttreten der neuen Steuersätze haben wir daher ad hoc die Einzelhändler gefragt: „Wie sieht der Handel den Sinn und Zweck der sinkenden Mehrwertsteuer?“ Knapp 300 stationäre Händler aus verschiedenen Branchen – die Hälfte davon zwischen elf und 50 Mitarbeiter stark – haben uns zum Teil überraschende Antworten gegeben.

Ergebnisse der Umfrage:

Der pauschale Vorwurf, die Unternehmen würden die Steuersenkung lieber in die eigene Tasche stecken, trifft demnach nur einen kleinen Teil der Händler. Insgesamt gaben 59 Prozent der befragten Unternehmen an, die Erleichterung entweder vollumfänglich oder teilweise an ihre Kunden weiterzugeben. Nur 19,5 Prozent der Unternehmen wollen das Geschenk vom Finanzamt lieber für sich behalten, rund 21,5 Prozent sind sich in der Frage noch unsicher.

An der Mehrwertsteuersenkung wird oft kritisiert, dass sie nur temporär sei und die längerfristigen Probleme des Handels nicht lösen könne. Wir haben die Händler deshalb gefragt, wie sie das Aufwand-Nutzen-Verhältnis der befristeten Maßnahme für ihre Branche bewerten. Das Feedback ist eindeutig: 69,6 Prozent der befragten Händler hält den verbundenen Mehraufwand durch die Steuersenkung für nicht verhältnismäßig. Beklagt wird insbesondere die notwendige Umstellung der Kassensysteme, der buchhalterische Mehraufwand und die mit der neuen Preisauszeichnung einhergehende Aufklärungsarbeit beim Kunden. Wenig verwunderlich ist daher, dass nur 50 Prozent der Händler vorhat, ihre Kunden überhaupt gezielt über die Mehrwertsteuersenkung zu informieren.

Weniger überraschend ist daher das Endergebnis unserer Blitzerhebung. Danach gefragt, ob sie die Mehrwertsteuersenkung für sinnvoll erachten, antworteten 79,4 Prozent mit einem klaren Nein.

Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Web-Seminar mit unseren BBE-Handelsexperten Sebastian Deppe und Maximilian Becker:

> Mehrwertsteuerreduzierung auf Zeit – was nun?

 

Ansprechpartner:
Sebastian Deppe

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