Seit den 2000er Jahren sind in Deutschland rund 150.000 Einzelhandelsbetriebe vom Markt verschwunden. Gleichzeitig wachsen die Umsätze des stationären Handels moderat aber stetig: Das IFH Köln prognostiziert für 2025 Einzelhandelsumsätze von 679 Mrd. Euro netto, für 2028 bereits 700 Mrd. Euro. Die Botschaft: Nicht der stationäre Handel stirbt, sondern das austauschbare Konzept. Genau hier setzt die BBE Handelsberatung mit ihrem neuen Steuerungsmodell „Erlebnis pro Quadratmeter" an.
Das wissenschaftlich fundierte Kausalmodell macht erstmals transparent, welche Flächenmerkmale – von Beratung über Atmosphäre bis zur digitalen Verknüpfung – direkt auf messbare Erfolgskennzahlen wie Conversion Rate, Verweildauer, Net Promoter Score oder Wiederkaufsrate einzahlen. Die Erkenntnisse hat die BBE Handelsberatung in ihrem aktuellen Whitepaper dokumentiert, das den Auftakt einer mehrteiligen Serie bildet und ab sofort kostenlos verfügbar ist.
Warum „Umsatz pro Quadratmeter" nicht mehr reicht
„Die Kennzahl ‚Umsatz pro Quadratmeter' sagt nur, was passiert ist – nicht warum und wie Sie es steuern können", erklärt Dr. Johannes Berentzen, geschäftsführender Gesellschafter der BBE Handelsberatung. „Wer heute nur auf Abverkauf optimiert, steuert sehenden Auges in die Irrelevanz. Die Fläche muss Relevanz schaffen – und genau das macht unser Modell messbar."
Klassische Flächenkennzahlen ignorieren die wahren Erfolgsfaktoren moderner Retail-Konzepte: Markenerlebnis, Kundenbindung, die intelligente Verknüpfung aller Kanäle und die Rolle der Fläche als Community-Treffpunkt, Service-Hub oder Showroom. Das Problem: Viele Händler investieren nach wie vor nach Bauchgefühl in neue Ladenbaukonzepte, Events oder digitale Features – ohne zu wissen, ob das wirklich auf ihre strategischen Ziele einzahlt.
Ein Modell, drei Dimensionen, sieben Rollen
Das BBE-Modell strukturiert die komplexe Wirkungslogik stationärer Flächen entlang drei zentraler Erlebnisdimensionen:
Daraus leitet das Modell sieben strategische Rollen der Fläche ab: Transaktionsort, Showroom, Service-Hub, Community-Treffpunkt, Erlebniraum, Lernort und Logistik-Knotenpunkt. Die entscheidende Frage: Welche zwei bis drei Rollen haben strategische Priorität für meinen Standort – und wo muss ich gezielt investieren? „Fläche ist heute nie nur ‚Verkaufsraum'. Sie übernimmt gleichzeitig mehrere Aufgaben. Wer das nicht versteht, verpulvert Budgets ohne Wirkung", so Berentzen.
Vom Bauchgefühl zur Wirkungslogik – drei Praxisbeispiele
Das Kausalmodell zeigt konkret, wo Investitionen wirken. Drei Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Prioritäten:
„Unser Modell ersetzt klassische Steuerungsgrößen nicht, sondern erweitert sie um die strategische Logik: Welche Rolle soll die Fläche erfüllen – und welche Erlebnistreiber müssen dafür entwickelt werden?", erklärt Berentzen.
Vom Transaktionsort zur Beziehungslogik
Das Modell bildet die fundamentale Verschiebung im Handel ab: Weg von der reinen Transaktionslogik, hin zu einer Beziehungslogik. Drei Megatrends treiben diese Entwicklung:
„Relevanz, Erlebnisqualität und Kundenbeziehung sind die eigentliche Währung geworden. Wer das nicht in seinen Kennzahlen abbildet, steuert am Kern der Wettbewerbsfähigkeit vorbei", warnt Berentzen.
Warum das Modell jetzt kommt
Die Veröffentlichung fällt in eine Phase, in der Handelsunternehmen ihre Flächenstrategien für 2026 neu justieren müssen: Steigende Mietkosten, veränderte Kundenerwartungen und der Druck zur Omnichannel-Integration zwingen zu datenbasierten Entscheidungen.
„Das können sich heute die wenigsten noch leisten: blind in Ladenbau investieren und hoffen, dass es wirkt. Unser Modell liefert die Wirkungslogik – vom Investment zur messbaren Kennzahl", so Berentzen.
Weitere Teile der Serie vertiefen künftig: Ladenbau & Interior Design, Omnichannel-Logik, branchenspezifische Anwendungen und die Rolle von Innenstadtlagen.