Ein kuratiertes Second-Hand-Sortiment, Reparaturangebote und Workshops zum Mitmachen: Das neue Whitepaper „Zirkuläre Handelskonzepte als kommunales Modell" erläutert, wie Kommunen Kreislaufwirtschaft praktisch erlebbar machen können. Über bestehende Strukturen wie Wertstoffhöfe lassen sich Warenströme erschließen, aufbereiten und gezielt wieder in den lokalen Handel zurückführen. So verbindet das Konzept Ressourcenschonung mit lokaler Wertschöpfung und schafft neue Anlaufstellen für Einkauf und Miteinander. Zugleich richtet sich das Format an die breite Mitte der Gesellschaft, um nachhaltigen Konsum für alle zugänglich zu machen.
„Second-Hand ist längst kein Nischenphänomen mehr, sondern ein etablierter Bestandteil des Handels. Diese Entwicklung macht zirkuläre Handelskonzepte auch für die Nachnutzung leerstehender Handelsimmobilien interessant. Sie bieten mehr als geprüfte und aufbereitete Gebrauchtwaren: In Verbindung mit Reparatur-, Workshop- und Bildungsangeboten entstehen Orte für Austausch und Begegnung. So fördern sie die Wiederverwendung und setzen zugleich neue Impulse für die Stadtentwicklung", erklärt Markus Wotruba, Leiter der Standort- und Immobilienberatung und Mitglied der Geschäftsleitung bei der BBE Handelsberatung.
Zirkuläre Handelskonzepte lassen sich in unterschiedlichen Flächengrößen umsetzen. Die Bandbreite reicht vom kleinen Pop-up-Store bis zum Kaufhaus. Nicht jede Handelsimmobilie eignet sich dafür gleichermaßen.
Wichtig sind eine gute Erreichbarkeit und eine frequentierte Lage. Die Innenstadt bietet dafür oft besonders gute Voraussetzungen. Auch Stadtteil- und Quartierslagen können geeignete Standorte sein, wenn im Umfeld eine entsprechende Nachfrage besteht. Darüber hinaus müssen die Fläche und ihre Ausstattung zum Konzept passen. Verkaufsbereiche sollten sich mit Werkstätten, Veranstaltungs- und Aufenthaltsflächen verbinden lassen. Auch Anlieferung und Lagerung müssen gut organisiert werden können.
Werden mehrere Standorte in einer Stadt entwickelt, lassen sie sich über eine zentrale Warenwirtschaft und Logistik miteinander verknüpfen. So entstehen Synergien und ein kommunales Modell kann schrittweise wachsen.
Deutschlandweit machen es bereits einige Städte vor – die NochMall in Berlin, die Halle 2 in München, das Wiederschön in Leipzig sowie das Projekt ZIRKA in Nürnberg.
Die BBE Handelsberatung begleitet Kommunen und weitere Akteure bei diesem Prozess – von der Standort- und Marktanalyse bis hin zur Konzeptentwicklung und Wirtschaftlichkeitsprüfung. In Nürnberg hat die BBE bereits das Projekt ZIRKA mit unterstützt. Das ZIRKA ist 2026 mit einem temporären Pop-up gestartet und plant für 2027 die Eröffnung einer Fläche in der Nürnberger Innenstadt.
Das Whitepaper „Zirkuläre Handelskonzepte als kommunales Modell" zeigt, welche Chancen solche Konzepte für Kommunen bieten, welche Voraussetzungen sie benötigen und wie sie in der Praxis entwickelt werden können.
Bestandteil der Publikation ist der BBE Quick-Check. Dieser gibt Kommunen eine erste Orientierung, ob und welche Potenziale aus einem zirkulären Handelsformat geschöpft werden können und welche Themen dabei eine Rolle spielen.