Die Münchner Innenstadt ist nach wie vor das größte „Einkaufszentrum“ Bayerns. Doch wie steht es aktuell um den Handel im Herzen der Stadt? Wie nehmen Münchnerinnen und Münchner und Gäste aus der Region die Innenstadt wahr? Was überzeugt, was fehlt, und vor allem wie bewerten die Handelsunternehmen ihre Stadt?
Die Münchner Innenstadt steht unter Druck – das zeigen die aktuellen Ergebnisse unserer City-Befragungen, die wir im November und Dezember 2025 im Auftrag der Landeshauptstadt München, Referat für Arbeit und Wirtschaft und in Zusammenarbeit mit dem Handelsverband Bayern (HBE), der Rid Stiftung und CityPartner München durchgeführt haben. Als methodengleiche Wiederholung der 2022/2023 erhobenen Daten bieten die Ergebnisse wertvolle Einblicke in die Entwicklung der bayerischen Landeshauptstadt.
Die Ergebnisse der 2. Münchner City Befragung wurden am 20. Januar 2026 im Presseclub München von unserem Geschäftsführer Dr. Johannes Berentzen vorgestellt und stehen ab sofort zum Download zur Verfügung.
Für unsere Studie haben wir zwei zentrale Zielgruppen befragt:
Ein besonderer Wert dieser Studie liegt in ihrer Vergleichbarkeit: Als methodengleiche Wiederholung der 2022/2023 durchgeführten Befragungen ermöglicht sie fundierte Aussagen über Entwicklungstrends. Die identische Fragestellung und Erhebungsmethodik macht Veränderungen in der Wahrnehmung und Zufriedenheit von Konsumenten und Händlern präzise messbar.
Die Befragungen zeigen ein differenziertes Bild der Münchner Innenstadt:
Positive Entwicklungen:
Herausforderungen:
Die Münchner schätzen besonders die Einkaufsmöglichkeiten, Atmosphäre und Architektur ihrer Stadt. Kritik gibt es vor allem an Menschenmassen, mangelnder Sauberkeit und der abnehmenden Vielfalt.
Die Befragung der 84 Handelsunternehmen – überwiegend traditionsreiche Fachgeschäfte – zeigt ein ambivalentes Bild:
Besonders kritisch werden das Straßenbild (65% unzufrieden, 2023: 54%), die Sauberkeit (57% unzufrieden, 2023: 45%) und das Geschäfts-/Gastroumfeld (48% unzufrieden, 2023: 37%) bewertet.
Diese Entwicklung spiegelt sich in den Zukunftsplänen wider: Während nur 4% der Händler eine Expansion planen (2023: 9%), erwägen 10% die Schließung ihres Standorts in den nächsten zwei Jahren.
Die Studienergebnisse machen deutlich: Die Münchner Innenstadt steht vor strukturellen Herausforderungen. Während die Erreichbarkeit mit ÖPNV, zu Fuß und per Rad gut bewertet wird, leiden Aufenthaltsqualität, Sauberkeit und das Sicherheitsempfinden.
Die Händler wünschen sich von der Stadt konkrete Maßnahmen zur Verbesserung des Standortumfelds. Konsumenten fordern flexible Öffnungszeiten, mehr Fachgeschäfte und nachhaltige Angebote.
Unser Dank gilt der Landeshauptstadt München, dem Handelsverband Bayern, der Rid Stiftung und CityPartner München für die vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie allen teilnehmenden Konsumentinnen, Konsumenten und Händlerinnen und Händlern, die durch ihre Mitwirkung diese fundierte Analyse ermöglicht haben.