Studie

PBS-Markt im Strukturwandel: Nach Preisboom folgt die Realität

Feb 2026
Der deutsche Markt für Papier, Büro und Schreibwaren (PBS) befindet sich erneut in einer Phase struktureller Schwäche. Nach zwei von Preissteigerungen geprägten Jahren konnte das coronabedingte Umsatzminus zwar zeitweise ausgeglichen werden, seit 2024 zeigt sich jedoch wieder ein rückläufiger Marktverlauf.

Strukturelle statt konjunkturelle Herausforderungen
Das Marktvolumen sinkt 2025 auf rund 12,8 Milliarden Euro. Auch für 2026 wird eine leicht rückläufige Umsatzentwicklung erwartet – in den Folgejahren ist von stagnierenden bis leicht sinkenden Umsätzen auszugehen. Das zeigen die Ergebnisse des aktuellen Branchenberichts PBS-Artikel des IFH KÖLN und der BBE Handelsberatung.

Die Ursachen sind struktureller Natur:
•    Zunehmend digitalisierte Arbeitsprozesse
•    Anhaltende Homeoffice-Regelungen
•    Wachsender Nachhaltigkeitsgedanke
•    Steigende Preissensibilität der Verbraucher

"Der PBS-Markt steht weniger vor einem konjunkturellen als vor einem strukturellen Problem", erklärt Dr. Moritz Brandauer, Senior Consultant der BBE Handelsberatung. "Online-Preisvergleiche, längere Lieferzeiten für günstigere Angebote und der Wechsel zu preisaggressiven Anbietern werden zunehmend akzeptiert."

Büropapiere: Preisgetriebenes Wachstum täuscht über Realität hinweg
Haupttreiber der positiven Umsatzentwicklung 2022 und 2023 waren die Büropapiere. Dieses Wachstum basierte jedoch weder auf erhöhter Nachfrage noch auf Nachholeffekten, sondern war ausschließlich preisgetrieben.
Die ernüchternden Zahlen: Seit 2019 ist die abgesetzte Menge an Büropapier um fast 30 Prozent gesunken. Während der nominale Umsatz 2025 mit rund sechs Milliarden Euro deutlich über dem Niveau der Pandemiejahre liegt, fällt der preisbereinigte Umsatz auf nur noch 4,3 Milliarden Euro zurück.

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Vertriebswege im Wandel: Fachhandel verliert, alternative Formate gewinnen
Die Entwicklung zwischen 2016 und 2025 zeigt deutlich: Der stationäre Fachhandel verliert weiter an Bedeutung. Sinkende Frequenzen und zunehmende Angebotslücken belasten besonders die Innenstadtlagen.

Die Gewinner dieser Entwicklung:
•    Online-Handel: Umsatzverdopplung seit 2016
•    SB-Warenhäuser und Discounter: Kombination aus Verfügbarkeit und Preis
•    Lebensmitteleinzelhandel: PBS-Artikel als Zusatzkauf beim Lebensmitteleinkauf
Zusätzlich verschärfen asiatische Online-Marktplätze wie Temu oder Shein sowie Amazon Haul, das seit Mitte 2025 in Deutschland verfügbar ist, den Wettbewerbsdruck durch preisgünstige Sortimente.

Fazit: Anpassung an neue Marktrealitäten erforderlich
Der PBS-Markt durchlebt eine fundamentale Transformation. Die Digitalisierung der Arbeitswelt und veränderte Konsumgewohnheiten reduzieren den Bedarf an klassischen Büro- und Papierprodukten dauerhaft. Erfolgreiche Akteure müssen ihre Strategien entsprechend anpassen und neue Wege finden, um in diesem veränderten Marktumfeld zu bestehen.
 

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Dr. Moritz Brandauer

Senior Consultant
Brienner Str. 45,
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