Die Stadt Ingolstadt hat einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung ihrer Innenstadt erreicht: Im Dezember 2025 wurden die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für das ehemalige Galeria Kaufhof-Gebäude in der Ludwigstraße 29 - kurz „Ludwig 29" - im Stadtrat vorgestellt. Die BBE Handelsberatung hat gemeinsam mit der IPH Gruppe und AIP Architekten aus Düsseldorf ein umfassendes Nutzungskonzept für das seit 2020 leerstehende Gebäude erarbeitet.
Die Aufgabenstellung
Nachdem die IFG Ingolstadt AöR (IFG) das prominente Innenstadtgebäude im Oktober 2024 erworben hatte, beauftragte sie im Mai 2025 ein interdisziplinäres Konsortium mit der Entwicklung „wirtschaftlich tragfähiger und zugleich städtebaulich attraktiver Nachnutzungskonzepte". Das Ziel: Das Gebäude soll mit den erarbeiteten Nachnutzungsmöglichkeiten weiterverkauft werden, sodass ein Investor die Planung und Umsetzung übernehmen kann.
Die Arbeitsgemeinschaft aus BBE, IPH und AIP bündelte dabei ihre jeweiligen Kernkompetenzen:
BBE brachte über 70 Jahre Markt- und Branchenkompetenz sowie umfassende Standortanalyse-Expertise ein
IPH steuerte 30 Jahre Erfahrung in Konzeption, Management und Vermietung von Handelsimmobilien bei
AIP ergänzte mit über 35 Jahren Planungs- und Baukompetenz, insbesondere bei der Umstrukturierung ehemaliger Warenhäuser
Der strukturierte Ansatz
In einem mehrstufigen Prozess analysierte das Expertenteam zunächst Makro-, Meso- und Mikrostandortfaktoren sowie die Wettbewerbssituation. Dabei wurden verschiedene Nutzungsarten auf ihre Eignung geprüft: Einzelhandel, Gastronomie, Hotel und Beherbergung, Wohnen (auch für Studierende und Senioren), Kultur, touristische Attraktionen sowie ergänzende Nutzungen wie Fitnessstudios oder eine öffentliche Dachterrasse.
Besonders innovativ: Die Studie entwickelte einzelne Nutzungs-„Bausteine", die flexibel zu verschiedenen Szenarien kombiniert werden können - für maximale Anpassungsfähigkeit an Investoreninteressen.
Die Ergebnisse
Die Machbarkeitsstudie präsentierte drei exemplarische Szenarien:
„Erleben & Übernachten": Mittelklasse-Hotel in den Obergeschossen, öffentliche Dachterrasse, Gastronomie, Handel und eine touristische Attraktion im Erd- und Untergeschoss. Diese Variante verspricht laut Studie „eine besonders hohe Zielgruppenerreichung" und „das beste Verhältnis von Baukosten zu Mieterträgen".
„Wohnen & Leben": Seniorenwohnungen in den Obergeschossen, ergänzt durch Gastronomie, Fitnessstudio und Einzelhandel.
„Leben & Lernen": Studentisches Wohnen in den oberen Geschossen, kombiniert mit Gastronomie, Einzelhandel und möglicherweise einem Lebensmittelhändler.
Positive Resonanz und nächste Schritte
Nach der Präsentation im IFG-Verwaltungsrat am 24. November 2025 und der öffentlichen Stadtratssitzung am 18. Dezember 2025 zeigten sich die politischen Gremien überzeugt, mit den erarbeiteten Konzepten Impulse für die Belebung der Innenstadt setzen zu können. Die lokale Presse berichtete ausführlich über die „Galerie der Möglichkeiten" und die verschiedenen Nutzungsszenarien.
Als nächster Schritt folgt nun ein sogenannter Markttest mit Gesprächen mit potenziellen Betreibern und Investoren. „Dieser Markttest kann wichtige Rückschlüsse auf die Marktfähigkeit der Szenarien, auf Investoreninteressen und mögliche Optimierungsbedarfe der Konzepte liefern", so Wirtschaftsreferent Georg Rosenfeld.
Leben kehrt zurück
Bereits ab Sommer 2026 soll das Gebäude durch Pop-up-Stores, Veranstaltungen, Theater, Musikevents und Ausstellungen belebt werden - eine Zwischennutzung, die den prominenten Leerstand positiv in den Köpfen der Ingolstädter verankern soll.
Mit der Machbarkeitsstudie Ludwig 29 haben BBE, IPH und AIP die Grundlage für eine nachhaltige Transformation eines der markantesten Gebäude der Ingolstädter Innenstadt geschaffen - ein Projekt, das weit über die Stadt hinaus Signalwirkung für die Revitalisierung innerstädtischer Handelsimmobilien haben kann.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter: ludwig29.de