Same same but different: Das war die Expo Real 2018

Aus und vorbei – die Expo Real 2018 schließt wieder ihre Tore, und während das Team von BBE und IPH den Moment nutzt, um kurz Luft zu holen, nutzen wir die Gelegenheit für einen Rückblick: „Wie war’s?“ Joachim Stumpf, Lars Jähnichen und Markus Wotruba gaben uns Antworten.

2.000 Aussteller, rund 100 Panel-Gespräche und am Ende ein neuer Besucherrekord: Auf der Expo Real hatte sich die Immobilienbranche auch in diesem Jahr wieder viel zu sagen. Welchen Eindruck hatten Sie drei von der diesjährigen Messe?

Stumpf: Unser Firmenverbund kennt die „Expo“ bereits sehr gut, wir sind seit der allerersten Ausgabe als Aussteller präsent. Das war 1998, ich erinnere mich gut. Mittlerweile sind die Teilnehmer sehr viel offener und direkter und sprechen über anstehende Projekte und Aufträge für Revitalisierungen, Vermietungen oder Ankaufsprüfungen. Das unterscheidet die Expo übrigens deutlich von der Mipim. Unsere Kunden erkennen zunehmend die Umsetzungstiefe der IPH rund um die Handelsimmobilie – vom Konzept, der Vermietung, dem Management bis hin zum Marketing.

Jähnichen: Tatsächlich hat sich die Expo stark weiterentwickelt. Damals begann die Messe noch als eine Art Klassentreffen. Es ging darum, dass man sich in der Branche „mal wieder sieht“ und sich nett austauscht. Mittlerweile ist die Messe sehr viel professioneller geworden, es werden viele Themen und Trends abgearbeitet und konkrete Aufgabenstellungen besprochen. Das macht die Messe für uns interessanter, weil man mehr erfährt. Das zeigt sich auch darin, dass die Zahl der Termine, die wir wahrnehmen, weiter steigt. Deshalb habe ich die Messe in diesem Jahr auch als eine sehr „disziplinierte“ Expo Real wahrgenommen. Die Kollegen und ich waren sehr gut durchgetaktet. Unser Glück war, dass im Vergleich zu anderen Jahren auch bei den Gesprächspartnern eine hohe Termintreue festzustellen war [lächelt].

Wotruba: Überrascht hat mich, dass es in diesem Jahr noch einmal voller war als sonst. Auf den Gängen war teilweise kein Durchkommen mehr, so viele Besucher kamen. Das zeigt, dass viele Themen, die hier verhandelt werden, einen Nerv treffen – nicht nur in der Immobilienbranche, sondern auch beim Handel und den Kommunen, die hier in großer Zahl präsent sind.

Hatten Sie ein bestimmtes Highlight, über das Sie gestolpert sind?

Wotruba: Wir haben sehr viele Termine wahrgenommen und mit Menschen geredet, da blieb der Besuch bei einigen Panels, die mich am Rande interessiert hätten, schon einmal auf der Strecke. Mein Highlight waren daher vor allem die anregenden Gespräche.

Inwiefern?

Wotruba: Gesprächspartnern, mit denen wir schon in der Vergangenheit in Kontakt waren – das betrifft vor allem Händler –, treten heute intensiver an uns heran und suchen eine neue Qualität der Zusammenarbeit. Vielen von ihnen ist klar, dass sie sich stärker professionalisieren müssen als es früher der Fall war, und damit wächst der Beratungsbedarf. Dachte man früher, dass es „irgendwie auch so geht“, kommen die Unternehmen mittlerweile aufgeschlossener auf uns zu, wenn es beispielsweise um Fragen zum Bau- und Genehmigungsrecht geht.

Der Einzelhandel und die Immobilienbranche werden derzeit von mehreren Trends durchgerüttelt – wir haben es bereits angedeutet. Welche dieser Themen haben die Besucher am meisten beschäftigt und wie haben Sie dabei die Stimmung der Gesprächspartner wahrgenommen?

Jähnichen: Themen wie der Strukturwandel des Einzelhandels und die rasante Veränderung des Einkaufsverhaltens – das hat zu einer Verunsicherung bei etlichen Investoren geführt, wie es mit der Assetklasse Einzelhandelsimmobilie weitergehen wird und wie wir in Zukunft damit umgehen sollten. Unsere Antwort darauf ist, dass sich die Einzelhandelsimmobilie weiterhin lohnt, man sich einen jeden Standort aber vor Erwerb sehr genau anschauen sollte. Zudem müssen Eigentümer auch dazu bereit sein, stetig in die Weiterentwicklung der Einzelhandelsobjekte zu investieren. Bleibt das aus, kann die einzelne Immobilie schnell deutlich an Wert verlieren. Der Neupositionierungsbedarf ist entsprechend groß, anderenfalls werden Einzelhandelsimmobilien dem Transformationsdruck nicht standhalten.

Stumpf: Das Risikobewusstsein hat in der Tat zugenommen, das Thema Revitalisierung und Neukonzeption von Handelsimmobilien klettert immer weiter nach oben. Ich würde hier aber noch nicht aufhören. Einkaufen und Essen rücken immer stärker zusammen, das verstärkt die Suche nach passenden Gastronomiekonzepten. Vor dem Hintergrund angespannter Transaktionsmärkte haben wir mit den Besuchern außerdem viel über Ankaufsprüfungen gesprochen. Hier bieten wir den Vorteil, dass wir aufgrund unseres Firmenverbunds die Interpretation von Makro-, Mikro- und Wettbewerbsdaten rund um das Objekt sowohl von Standortexperten als auch von Vermietern und von Centermanagern vornehmen lassen können. Diesen Wettbewerbsvorteil spielen wir gerne aus.

Wotruba: Ein Thema, das in diesem Jahr Wellen geschlagen hat, ist das Wohnen über dem Nahversorger. Aldi oder Lidl praktizieren diese Mischnutzung beispielsweise in Berlin zwar schon viele Jahre – neu ist der Trend also nicht. Aufgrund der Wohnungsnot in den Städten ist der Hintergrund heute jedoch ein ganz anderer. Die Zeit für das Thema scheint jetzt erst richtig reif zu sein und das hat vermutlich auch mit dem großen medialen Interesse in letzter Zeit zu tun.

Haben Sie Wünsche oder Verbesserungsvorschläge für die nächste Expo?

Jähnichen: Die Expo Real 2018 wird mir positiv in Erinnerung bleiben. Ein bisschen weniger Hektik wäre gut, aber das gehört zur größten Immobilienmesse Europas nun einmal dazu.

Wotruba: Mir ist aufgefallen, dass sich die Veranstalter trotz aller Ernsthaftigkeit um mehr Entertainment bemühen. In einer der Hallen wurde beispielsweise ein Konzert der Weather Girls aufgeführt. Dieser Trend scheint beim Publikum ganz gut anzukommen und wird vermutlich weitergehen. Aber im Ernst: Es würde mich freuen, wenn die Themen-Halle Einzelhandel im nächsten Jahr ein schärferes Profil bekäme. Bisher sind viele Aussteller, die eigentlich hierhergehören, über das ganze Messegelände verstreut. Das finde ich schade.

Stumpf: Ich freue mich immer über gute Gespräche und neue Kontakte. Die Expo Real ist hierfür ein sehr gutes Format und ich wünsche mir, dass das so bleibt. Der Einzelhandel „bewegt“ sich derzeit unglaublich schnell und ich werde auch im nächsten Jahr gerne meinen Beitrag in Foren oder Podiumsdiskussionen einbringen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Ansprechpartner:
Joachim Stumpf

BBE Handelsberatung München
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Tel: +49 89 55118-143
Fax: +49 89 55118-153
E-Mail: stumpf@bbe.de

Ansprechpartner:
Lars Jähnichen

IPH Handelsimmobilien
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Tel: +49 89 55118-151
Fax: +49 89 55118-153
E-Mail: jaehnichen.iph@bbe.de

Ansprechpartner:
Markus Wotruba

BBE Handelsberatung München
Brienner Str. 45
80333 München

Tel: +49 89 55118-176
Fax: +49 89 55118-153
E-Mail: wotruba@bbe.de