Nahversorgung im ländlichen Raum: Licht und Schatten

Die Versorgungsqualität mit Produkten des täglichen Bedarfs nimmt großen Einfluss auf die Attraktivität von Wohn- und Arbeitsorten. Gerade im ländlichen Raum gibt es von Gemeinde zu Gemeinde jedoch enorme Unterschiede. Wie sich die Situation in Bayern und speziell in Mainfranken darstellt und welche Handlungsoptionen bestehen, war Anfang Februar Gegenstand einer Veranstaltung der IHK Würzburg-Schweinfurt und der IHK Heilbronn-Franken.

Die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs, etwa mit Lebensmitteln oder Drogerieartikeln, sei für eine Vielzahl von Stakeholdern enorm wichtig, erklärte Charlotte Lamb, Prokuristin der Max Lamb GmbH & Co. KG und Vorsitzende des IHK-Handelsausschusses. Nicht nur Bürger, auch Arbeitgeber, Händler oder Kommunen hätten Interesse an einer guten Versorgungsqualität. Dr. Jürgen Rauh, Professor für Sozialgeographie am Institut für Geographie und Geologie der Uni Würzburg, erläuterte, dass gerade in Zeiten des demografischen Wandels Versorgungsangebote immer besser erreichbar sein müssten. Auf kleinräumiger Ebene analysierten Rauh und sein Team die Versorgungs- und Erreichbarkeitssituation von Lebensmittelversorgern in Mainfranken. Zwar sei diese mit dem Pkw in den meisten Orten der Region gut, fußläufig sei die Situation vielerorts jedoch problematisch. Versorgungsengpässe ergäben sich insbesondere für mobilitätseingeschränkte oder ältere Menschen.

Perspektiven für ländliche Kommunen standen im Fokus des Beitrags von Markus Wotruba, Leiter des Bereichs Standortforschung der BBE Handelsberatung GmbH. Der Handelsexperte erklärte unter anderem den Wandel im Ansiedlungsverhalten von Lebensmittelversorgern. Wotruba: „Immer häufiger geben Supermärkte oder Discounter auch in kleinen und mittleren Versorgungszentren ihren Standort am Ortsrand zugunsten zentralerer Lagen auf. Verschiedene Studien zeigen, dass aus Kundensicht die Erreichbarkeit von Lebensmittelmärkten ein wichtiges Bewertungskriterium ist.“ Untersuchungen würden von einem Anstieg des Pkw-Besitzes bis 2028 ausgehen, weswegen auch künftig nicht komplett auf Parkmöglichkeiten verzichtet werden könne, so Wotruba.

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Markus Wotruba

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