Modellvielfalt treibt Flächenwachstum: Genehmigungsrechtliche Herausforderungen für den Fahrradeinzelhandel

Der Fahrradeinzelhandel in Deutschland verzeichnet weiterhin nahezu ungebremste Wachstumsraten. Nach Zahlen des Zweirad-Industrie-Verbands legte die Branche im vergangenen Jahr um über 16 Prozent zu. Wachstumstreiber sind dabei die E-Bikes, von denen 2018 fast eine Million Stück verkauft wurden. Aber auch die Zahl der verkauften nicht-motorisierten Fahrräder konnte deutlich zulegen. On City-Bike, Rennrad, Kinderrad, Lastenrad, E-Bike oder dem Pedelec: Der Fahrradeinzelhandel bietet heute eine extrem große Modellvielfalt.

Das breite Sortiment stellt den Handel vor besondere Herausforderungen. Denn die Ausstellungsflächen müssen mit der größer werdenden Produktvielfalt mitwachsen. Großzügige Präsentationsflächen, verkaufsraumintegrierte Testflächen und Serviceangebote erfordern Verkaufsflächenformate, die schnell vierstellige Größenordnungen erreichen. Rainer Schmidt-Illguth, Leiter der BBE Handelsberatung in Köln: „Der moderne Fahrradfachmarkt mit Vollsortiment überschreitet somit die aus genehmigungsrechtlicher Sicht wichtige Verkaufsflächenschwelle von 800 qm. Dies ist von besonderer Relevanz, denn dieser Größenwert markiert die Grenze vom kleinflächigen zum großflächigen Einzelhandelsbetrieb.“ Einzelhandelsgroßbetriebe mit mehr als 800 qm Verkaufsfläche haben spezielle genehmigungsrechtliche Anforderungen zu erfüllen.

Denn diese Nutzungsart ist im Regelfall nur in Kerngebieten – also in den Zentren größerer Städte – oder in speziell festgesetzten Sondergebieten genehmigungsfähig. Schmidt-Illguth: „Um eine Sondergebietsplanung umsetzen zu können, muss ein ganzes Bündel übergeordneter Vorschriften beachtet werden, die sogenannten Ziele der Landesplanung.“ Diese unterscheiden sich zwar in den verschiedenen Bundesländern, folgen aber hinsichtlich des großflächigen Einzelhandels einem roten Faden: Großbetriebe mit zentrenrelevanten Sortimenten werden auf die Innenstädte gelenkt und nur Betriebe mit nicht-zentrenrelevanten Sortimenten können auch an anderen Standorten zugelassen werden. Ob die Sortimente des Fahrradeinzelhandels als nicht-zentrenrelevant eingestuft werden, wird laut Schmidt-Illguth von den Städten und Gemeinden unterschiedlich gehandhabt.

Werden Fahrräder in einer Stadt als zentrenrelevant bewertet, gestaltet sich die Genehmigung eines Fahrradfachmarktes mit mehr als 800 qm Verkaufsfläche außerhalb der festgelegten Zentren als sehr schwierig. „Gleichzeitig fällt es oftmals schwer, in den Zentrallagen der Städte Grundstücke zu finden, die dem Flächenanspruch des großflächigen Fahrradeinzelhandels gerecht werden und gleichzeitig auch durch die Umsätze eines Fahrradfachmarktes refinanziert werden können“, so Schmidt-Illguth. Die komplexen Genehmigungsverfahren erfordern somit eine Vielzahl von Planungsschritten, die eng miteinander verzahnt werden müssen. Die professionelle Unterstützung von Genehmigungsverfahren gehört seit Jahrzehnten zum Leistungsspektrum der BBE. schmidt-Illguth: „Gutachten zu den absatzwirtschaftlichen Auswirkungen eines neu geplanten Fahrradfachmarktes stützen sich auf die umfassende Branchenkompetenz unserer BBE-Unternehmensberater, die täglich mit dem Zweiradhandel zusammenarbeiten.“

Ansprechpartner:
Rainer Schmidt-Illguth

BBE Handelsberatung Köln
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50968 Köln

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