Innenstädte und Stadtteilzentren: Räumliche Auswirkungen des Online-Handels

Vom Rückblick bis zum Ausblick war in diesem Jahr beim 7. NRW-Nahversorgungstag in der Kamener Stadthalle alles dabei: Welche Erfahrungen gibt es mit den neuen landesplanerischen Steuerungsregeln? Welche neuen Standards setzen die Nahversorgungsanbieter? Wie sind demographische Entwicklungen zu berücksichtigen? Welche aktuelle Entwicklung lässt der Online-Handel erwarten?

Antworten auf diese und andere handelsrelevanten Fragen gaben Stadtplaner, Expansionsmanager und weitere Akteure der Nahversorgung. Unter ihnen war auch Rainer Schmidt-Illguth. Der Leiter der BBE Handelsberatung in Köln präsentierte den Teilnehmern die aktuellen räumlichen Veränderungsprozesse in der Nahversorgung. Schmidt-Illguth: „Der anhaltende Strukturwandel im Einzelhandel führt zu einem stetigen Funktionswandel der Zentren. Der Einzelhandel verliert außerhalb der attraktivsten 1 A – Lagen relativ gesehen an Bedeutung für die Innenstädte, Stadtteilzentren und Ortszentren.“ Gastronomie, Tourismus, Dienstleistungen und Wohnen werden dagegen immer wichtiger. „Gerade aufgrund der Digitalisierung gewinnt der öffentliche Raum als Erlebnis- und Begegnungsraum weiter an Bedeutung,“ glaubt der BBE-Experte.

Bei den Megatrends gilt die Faustregel: Wachsende Regionen verfügen tendenziell über gute Rahmendaten (z.B. Kaufkraft etc.). Durch die anhaltende Reurbanisierung entwickeln sich größere Städte tendenziell positiver und die Innenstadt gewinnt an Bedeutung als Wohnstandort, da die Bevölkerung vor allem in den Kernstädten wächst. Schmidt-Illguth: „Auch in Zukunft werden sich Standorte, die über überdurchschnittlich gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen (Kaufkraft, Arbeitsplätze) verfügen, positiv entwickeln.

Eine hohe Tourismusintensität verstärkt diese Faktoren, da touristische Einzelhandelsumsätze stationär getätigt werden und zusätzliche Marktpotenziale bedeuten.“ Städte mit einer hohen Einwohnerzahl haben in der Regel ein größeres Marktpotenzial und einen attraktiven Einzelhandelsbesatz. Der Branchenmix und auch der hohe Filialisierungsgrad würden laut Schmidt-Illguth dazu beitragen, dass ein Standort in der gesamten Region „als Einkaufsstadt“ bei Besuchern und Kunden wahrgenommen werde. „Die Kommunen müssen jedoch auf die Herausforderungen rechtzeitig reagieren und proaktiv Zukunftspläne entwickeln. Dazu gehören zum Beispiel professionelle Markt- und Standortanalysen sowie regelmäßig aktualisierte Zentrenkonzepte.“

Marktanteile nach Betriebsformen, Quelle: HDE Zahlenspiegel 2015;*eigene Prognose BBE Handelsberatung

Ansprechpartner:
Rainer Schmidt-Illguth

BBE Handelsberatung Köln
Goltsteinstraße 87a
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