Einzelhandelszentralität: Kennzahlen für 2018 veröffentlicht

Wie jedes Jahr hat BBE!CIMA!MB-Research die aktuellen Zahlen zur Einzelhandelszentralität vorgelegt. Nach wie vor führt Bremen das Ranking bei den Stadtstaaten an, gefolgt von Hamburg. Ebenfalls verteidigt Passau den ersten Platz der Kreise und kreisfreien Städte.

Die Zentralitätsziffer ist ein wichtiger Indikator, um die Attraktivität einer Stadt oder einer Gemeinde als Einzelhandelsstandort bestimmen zu können. Als attraktiv gilt ein Standort, wenn er mehr Kaufkraft bindet, als den Einwohnern zur Verfügung steht – wenn also Kundenströme aus dem Umland in die Stadt oder Gemeinde gelenkt werden können und der Standort eine Sogwirkung entfaltet. Die jeweilige Zentralitätskennziffer wird errechnet, indem der Einzelhandelsumsatz der Nachfrage der Einwohner am Wohnort (Einzelhandelskaufkraft) in Form von Pro Kopf Indices oder Promillewerten gegenübergestellt wird.

Der aktuelle Bericht von BBE!CIMA!MB-Research ergab Folgendes: Die Gemeinde mit der höchsten Zentralität ist die Insel Fehmarn (513,9), gefolgt von der rheinland-pfälzischen Kleinstadt Mühlheim-Kärlich, die einen Wert von 478,9 aufweist. Bad Segeberg (457,2) landete direkt dahinter auf Platz drei. Alle drei Gemeinden können einen starken Konsumentenzustrom aus dem Umland verbuchen, insbesondere die Ostseeinsel Fehmarn profitiert vom starken Tourismus.

Die Stadtstaaten Bremen (121,0) und Hamburg (113,1) führen – wie im Vorjahr – die Rangliste auf Länderebene an, sie profitieren von großen Einzugsgebieten und dem Städtetourismus. Das Saarland (111,3) folgt auf Platz drei. Maßgeblicher Faktor hierfür ist die Nähe des Bundeslands zu Luxemburg. Berlin und Schleswig-Holstein belegen die Plätze vier und fünf.

Im Vergleich der sieben größten Städte in Deutschland führt, wie schon im Vorjahr, Stuttgart mit 122,0, gefolgt von Düsseldorf (118,1) und München bzw. Köln (jeweils 114). Die Kreise und kreisfreien Städte mit den höchsten Zentralitätskennziffern sind durchweg in Bayern zu finden. Das niederbayrische Passau (229,8) hat die größte Sogwirkung, gefolgt vom fränkischen Schweinfurt (219,5) und Weiden in der Oberpfalz (204,9). Das niederbayrische Straubing (197,6) liegt auf dem vierten Platz. Auf Platz fünf befindet sich die erste Stadt außerhalb Bayerns: Zweibrücken in Rheinland-Pfalz. Vorjahresfünfter Trier liegt mit einem Wert von 191,5 nur knapp dahinter.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass insbesondere Städte und Gemeinden an den Landesgrenzen von Kundenströmen aus dem Ausland profitieren. Ein weiterer Faktor für eine hohe Zentralität sind der Tourismus und die großen potenziellen Einzugsgebiete, beispielsweise durch viel ländlichen Raum im Umland.

Quelle: @ Michael Bauer Research GmbH, BBE Handelsberatung GmbH, CIMA Beratung + Management GmbH

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