Baden-Württemberg: Projekts „Handel 2030“ erfolgreich abgeschlossen

Wie lässt sich die (digitale) Transformation des Einzelhandels positiv gestalten und gleichzeitig die absehbaren Risiken für Innenstädte und Beschäftigte des Handels verhindern? In Baden-Württemberg ergriff das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau im Juli 2018 die Initiative und stieß das Dialogprojekt „Handel 2030“ an, das seitdem Vorbildfunktion für andere Bundesländer hat.

Mit dabei: Der Handelsverband Baden-Württemberg (HBW), der Baden-Württembergische IHK-Tag (BWIHK), der Verband der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels Süd (VMG Süd), die kommunalen Spitzenverbände, Verdi sowie der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband (BWGV).

Mitte September wurde der Endbericht vorgestellt. Die Abschlussveranstaltung des Projekts in der König-Karl-Halle des Stuttgarter Hauses der Wirtschaft moderierten Markus Wotruba, Leiter Standortforschung, und Sebastian Deppe, Mitglied der Geschäftsleitung von der BBE Handelsberatung. Den Anfang machte Staatssekretärin Katrin Schütz, die den Abschlussbericht zur Dialogphase des Projekts vorstellte. In dem Bericht hat das Wirtschaftsministerium die zentralen Zukunftsfragen des Einzelhandels in den Kommunen untersucht. Ebenfalls enthalten: ein Katalog mit 129 konkreten Handlungsempfehlungen, die sich an zugleich Bund, Land, Kommunen, Wirtschaftsorganisationen und den Handel selbst richten. Sie sind das Ergebnis mehrerer von der BBE durchgeführter Themenworkshops mit Stakeholdern wie den kommunalen Spitzenverbänden, dem Handelsverband Baden-Württemberg und dem IHK-Tag (BWIHK). „Der Einzelhandel ist mit 46.000 Unternehmen und mehr als 300.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten eine der wichtigsten und beschäftigungsintensivsten Branchen im Land. Doch sie ist seit vielen Jahren einem Strukturwandel unterworfen. Wir wollen vielfältige Maßnahmen ergreifen, um die Einzelhändler im Land bei der Bewältigung der zahlreichen Herausforderungen, allen voran der digitalen Transformation, zu unterstützen“, erläuterte Staatssekretärin Schütz. Entscheidende Punkte sind hierbei:

  • Die Einführung einer „Digitalstrategie Handel 2030“ – ein bezuschusstes Beratungs-, Coaching- und Qualifizierungsangebot, das Händler bei der Status-quo-Analyse, der strategischen Ausrichtung, der Personalplanung und -entwicklung und der Umsetzung betrieblicher Maßnahmen unterstützt.
  • Regionale Innenstadt- und Handelsberater sollen gefördert werden, um Kommunen mit bis zu 50.000 Einwohnern attraktiver zu machen. Innenstädte und Quartiere sollen gestärkt und an die Erfordernisse des digitalen Zeitalters angepasst werden.
  • Eine Nahversorgungsinitiative, mit der dem Rückzug des Einzelhandels insbesondere aus kleinen Orten im ländlichen Raum entgegengewirkt werden soll. Zur Unterstützung der Händler sollen Best-Practice-Konzepte zur Sicherung der Nahversorgung kommuniziert werden.

Nach der Vorstellung des Abschlussberichts zur Dialogphase von „Handel 2030“ entwickelte sich eine rege Diskussion zwischen Politik und Vertretern der teilnehmenden Verbände. In einem Punkt waren sich am Ende alle einig: Der Handel ist nicht nur drittgrößter Arbeitgeber in Baden-Württemberg, er ist auch Garant einer hohen Lebensqualität der Menschen in den Kommunen. Das Projekt „Handel 2030“ sei daher ein guter Anfang, die Attraktivität der Innenstädte des Bundeslands zu bewahren. Dafür sei es entscheidend, die 129 Handlungsempfehlungen des gemeinsamen Dialogs schnellstmöglich umzusetzen.

Ansprechpartner:
Markus Wotruba

BBE Handelsberatung München
Brienner Str. 45
80333 München

Tel: +49 89 55118-176
Fax: +49 89 55118-153
E-Mail: wotruba@bbe.de