Vorwort zur BBE Nahversorgungsstudie 2010
Vorwort von Herr Joachim Stumpf, Geschäftsführung BBE-Handelsberatung GmbH und IPH Immobilien + Projektentwicklung für Handel und Gewerbe GmbH, München
Vorwort
Von den 436 Mrd. € inkl. Apothekenumsätzen, die die 82 Mio. Einwohner in Deutschland im Einzelhandel ausgeben, entfallen 217 Mrd. € auf die Kernsortimente der Nahversorgung (Lebensmittel, Getränke, Drogeriewaren, Apothekenwaren, Blumen). Dies entspricht einem Anteil von knapp 50 Prozent und dokumentiert die hohe Bedeutung dieses Marktsegmentes.
Schon daher lohnt der Blick auf Struktur und Zukunftsaussichten dieses Marktsegmentes, wobei die Betrachtungsperspektiven sehr unterschiedlich sind. Konsumenten interessieren attraktive und gut erreichbare Einkaufsstätten. Kommunen wollen dafür die geeigneten Bedingungen durch entsprechende baurechtliche Steuerung schaffen. Originärste Aufgabe der Handelsunternehmen selbst ist die Weiter- und Neuentwicklung von Konzepten und Standorten, welche vom Konsumenten goutiert werden. Und zuletzt reflektieren Projektentwickler und Immobilieninvestoren auf nachhaltige Investments in Handelsimmobilien für die Nahversorgung. Die Vielfalt dieser Interessen wird in unserem Firmenverbund spiegelbildlich abgebildet: Die Branchenexperten der BBE Handelsberatung betrachten die Entwicklung aus Handels und Konsumentensicht durch Verbraucher- und Standortforschung sowie die der Ansiedlungskommunen durch städtebauliche und landesplanerische Verträglichkeitsgutachten, während die IPH Handelsimmobilien die Sicht der Immobilienwirtschaft vertreten.
Aus diesem ganzheitlichen Betrachtungswinkel unseres Unternehmensverbundes ist der Anspruch entstanden, alle nahversorgungsrelevanten Aspekte zu analysieren. Daneben bestimmen aber auch strukturelle Marktveränderungen die Zukunftsperspektiven, deren Implikationen auf Konzepte und Standorte einer Betrachtung wert sind. Dazu zählen insbesondere:
- Demografische Veränderungen in der Bundesrepublik Deutschland
- Weiter steigende Konzentration auf der Angebotsseite und die damit verbundene Gefahr der sinkenden wohnortnahen Versorgung
- Das Verbraucherverhalten, welches zwischen Preis- und Qualitätserwartungen unterschiedliche Konzepte, Standorte und Betriebsformen verlangt
- Veränderungen von rechtlichen Rahmenbedingungen: Raumordnung- und Landesplanung, Fremdbesitzverbot von Apotheken etc.
- Politische Veränderungen z.B. im Gesundheitswesen
Entstanden ist aus dieser Ausgangslage als Folgeprodukt unseres erfolgreichen Fachmarktatlas 2009, die Nahversorgungsstudie 2010. Sie soll Vertretern aus Politik, Verwaltung, Handelsmanagement und Immobilienwirtschaft die Strukturen, Konzepte, Erwartungen von Handel, Immobilienwirtschaft und Verbrauchern sowie die genehmigungsrechtlichen Rahmenbedingungen aufzeigen.
