Baustellen-Slalom in der Münchner Innenstadt

Baustellen-Slalom in der Münchner Innenstadt

Bei einer Innenstadt-Exkursion am 8. Juni 2010 hat Wolfgang Fischer, Geschäftsführer der CityPartner München e.V., den aktuellen Einzelhandelsbestand sowie Neubauprojekte, Planungen und Entwicklungsperspektiven der Innenstadt München aufgezeigt. Markus Wotruba, Leiter Standortforschung bei der BBE Handelsberatung, war mit dem AK Einzelhandel der gif e.V. dabei.

Baustellen-Slalom 1Während der Exkursion wurde nicht nur die historische Entwicklung der Innenstadt Münchens behandelt, sondern auch aktuelle Planungen und Entwicklungsperspektiven. Einen Schwerpunkt bildete dabei das Warenhaus Karstadt am Dom, das im Oktober 2010 abgerissen und durch ein neues Geschäftshaus mit insgesamt 24.000 m² Verkaufsfläche ersetzt werden soll.

Das nahe gelegene Kaufhaus Oberpollinger wurde als ambitioniertes Konzept abseits der gelernten Luxuslage Maximiliansstraße thematisiert. Das ehemalige SZ-Gelände bzw. die neue Hofstatt im Hackenviertel bilden eine weitere große Baustelle in der Innenstadt. Auf dem Gelände sollen hochwertige Einzelhandels- und Büroflächen entstehen. An der derzeit größten Baustelle der Münchner Innenstadt, der Stachus-Passage, kamen sowohl die anschauliche Architektur und neue Ladenkonzepte als auch bauliche Schwierigkeiten zur Sprache. Die Revitalisierung wird voraussichtlich noch in diesem Jahr abgeschlossen sein.

Baustellen-Slalom 2Ein weiteres Projekt in der Innenstadt München ist das Gebäude der Rieger City, dem ehemals bekanntesten Pelzgeschäft Münchens. Die Räume werden derzeit für Europas größten Outdoor-Anbieter Globetrotter umgebaut. Im Februar 2011 wird das Outdoor-Geschäft mit einer Verkaufsfläche von 8.500 m² in das Gebäude ziehen und somit die Einzelhandelslage am Isartorplatz wiederbeleben.

München trotzt der Finanzkrise und bemüht sich, die Innenstadt durch Revitalisierung und Neubauprojekte immer attraktiver zu gestalten. Dabei verzichtet man – im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten – bewusst auf eine hohe Anzahl an Passagen, die konzeptionell nur schwer erfolgreich in die Münchner Strukturen zu integrieren sind.

Der Stadt ist es hingegen besonders wichtig, die Kaufinger und Neuhauser Straße zu entlasten und den Passantenstrom verstärkt in die Seitenlagen Maximilian- und Sendlinger Straße zu leiten. Auch das Tal soll attraktiver für Fußgänger werden. Die Hofstatt und die Globetrotter-Ansiedlungen sind zwei große Schritte in diese Richtung.