Kaufhof und Karstadt: Deutsche Warenhaus AG wird konkreter

Deutsche Warenhaus AG wird konkreter

Kaufhof und Karstadt: Deutsche Warenhaus AG wird konkreter

Deutsche Städte mit je mindestens einer Filiale von Karstadt und Kaufhof

Seit längerem schon wird eine Fusion der Warenhaus-Konzerne Karstadt/Arcandor und Kaufhof/Metro als ein gangbarer Weg aus der Krise der beiden größten deutschen Warenhausbetreiber diskutiert. Nun hat Metro-Chef Eckhard Cordes anlässlich der geforderten Staatshilfen für Arcandor einen konkreten Vorstoß unternommen, um die beiden Rivalen zusammenzuführen.

 

Neben vielen ungeklärten Fragen (Wer übernimmt die Schulden von Karstadt? Bleiben beide Markennamen erhalten? Was geschieht mit den Firmenzentralen?) gilt die erforderliche Zustimmung des Kartellamts als große Hürde. Eine Deutsche Warenhaus AG würde in diesem Segment eine monopolartige Stellung erreichen.

 

„Fraglich ist allerdings, auf welche Basis man die Marktanteile bezieht“ so der Leiter der BBE-Standortforschung, Dipl.-Geogr. Markus Wotruba. Während die neue Gesellschaft im Bereich der Warenhäuser mit einem Anteil von geschätzten 40 Prozent Marktführer wäre, beliefe sich der Marktanteil am gesamten Einzelhandelsumsatz in Deutschland auf nur ca. 3 bis 4 Prozent. „Ob dies vor dem Hintergrund der politischen Kräfteverhältnisse ausreicht, um eine Fusion kartellrechtlich zu untersagen ist fraglich“ so Wotruba weiter. Über die Ministererlaubnis könnte eine Fusion allerdingsauch ohne Zustimmung des Kartellamtes gelingen.

 

Die mittelständischen Wettbewerber der großen Zwei florieren in ihren Nischen. Als Erfolgsbeispiele nennt BBE-Geschäftsführer Joachim Stumpf das Kaufhaus Rid im bayerischen Weilheim, das Kaufhaus Matzen in Bad Schwartau, die Kaufhaus Stolz GmbH in Burg auf Fehmarn (18 Filialen) oder das Kaufhaus Nessler in Ahrensburg. In München existieren neben je mehreren Kaufhof- und Karstadt-Filialen zwei Kaufring-Warenhäuser erfolgreich am Markt.  

Nahezu ausgeschlossen ist, dass eine Deutsche Warenhaus AG alle Filialen weiterführt. Vielmehr stünden neben unprofitablen Filialen zahlreiche Filialen, in Städten, in denen beide Konzerne vertreten sind,auf dem Prüfstand.

 

Neben den Millionenstädten Berlin, Hamburg, München und Köln träfe dies auch Städte wie Hanau (rund 90.000 Einwohner) oder Paderborn (rund 144.000 Einwohner).

 

 

  • Die BBE Handelsberatung beschäftigt sich derzeit im Rahmen mehrerer Projekte im Kundenauftrag  mit den Möglichkeiten zur Nachnutzung konkreter Warenhaus- und Kaufhausimmobilien (Kontakt: Joachim Stumpf, stumpf@bbe.de).

  • Aktuell gibt es von der BBE dazu eine Best-Practice-Studie zum Thema „Nachnutzungsmöglichkeiten großflächiger (Handels-) Immobilien in zentralen Innenstadtlagen“, die kostenlos per E-Mail angefordert werden kann (Kontakt: Markus Wotruba, wotruba@bbe.de).

  • Darüber hinaus läuft ein Forschungsprojekt zur Nachnutzungsmöglichkeit von Warenhausimmobilien in Kooperation mit der Universität Bayreuth (Kontakt: Dr. Angelus Bernreuther, bernreuther@bbe.de).