Location based services: Chance nicht nur für den stationären Einzelhandel

Location-Based-Services haben sich durch die Nutzung von Smartphones und damit auch von Apps in der letzten Zeit stark verbreitet. Diese mobilen Dienste nutzen die Standortdaten des Anwenders, um ihm bestimmte Informationen aus seinem Umfeld zur Verfügung zu stellen.

Um den Nutzerstandort zu ermitteln, gibt es verschiedene Methoden. Aktuell werden dafür bevorzugt die GPS- oder die Funkzellen-Lokalisierung genutzt. Hierbei unterscheidet man zusätzlich zwischen Diensten, die der Nutzer selbständig anfordern muss und Dienste, die proaktiv auf bestimmte Ereignisse reagieren, z.B. das Betreten einer bestimmten Zone.

Ein Beispiel für einen Location-Based-Service bietet das deutsche Unternehmen „kaufDA“, welches standortbezogen digitalisierte Einkaufsprospekte publiziert. Dabei werden bereits vorhandene Werbemittel verwendet, wodurch der Aufwand für die über „kaufDA“ werbenden Unternehmen minimiert wird. Für die Kunden bietet „kaufDA“ den Vorteil, dass sie Angebote von Händlern in der unmittelbaren Umgebung schnell finden können. Durch die aktive Suche in der Kaufentscheidungsphase durch den Konsumenten versprechen sich die Unternehmen hohe Erfolgschancen.

Hinter sogenannten Beacons steckt eine Bluetooth-Technologie, die sich über kleine Signalstationen automatisch mit dem Smartphone des Kunden verbindet. Dafür ist allerdings erforderlich, dass der Kunde die Bluetooth-Funktion aktiviert, eine entsprechende App installiert und der Werbeansprache deren zugestimmt hat. So bekommt der Kunde direkt, wenn er am Geschäft vorbeiläuft oder hineingeht individuelle Angebote oder Gutscheine auf sein Handy geschickt. SportScheck hat diese neue Art zu werben bereits für sich entdeckt. Nach einem erfolgreichen Testlauf im letzten Frühjahr in Köln, München und Leipzig, rüstete das Unternehmen im Anschluss alle 19 deutschen Filialen mit der neuen Technik auf. Auch Esprit nutzt diese Technik in Österreich bereits erfolgreich für sich. Unternehmen, die diese Technologien auch in Verbindung mit anderen analytischen Möglichkeiten rund um das Kundenverhalten anbieten, sind beispielsweise minodes und sensalytics.

Auch Geofencing bedient sich der Standortdaten des Anwenders, sofern er dieser Nutzung zugestimmt hat. Via GPS wird ermittelt, wo sich der Kunde gerade aufhält. So bekommt er beispielsweise Push-Nachrichten per SMS oder App, wenn er sich in einem bestimmten Umkreis eines Geschäftes bewegt und kann so auf Aktionen aufmerksam gemacht und dadurch ins Geschäft gelockt werden. Weitere Einsatzgebiete der Location Based Services sind z.B. digitale Schnitzeljagden und Spiele, deren Teilnahme mit einem Gutschein belohnt wird und Instore-Navigation, bei der der Kunde gezielt zu bestimmten Produkten bzw. Bereichen im Geschäft gelotst wird.

Die beschriebenen digitalen Möglichkeiten ermöglichen Händlern neue Wege der Kundenansprache. Sie können auf der einen Seite neue Kunden generieren und auf der anderen Seite Stammkunden wiederholt ins Geschäft locken. Aber Vorsicht sei bei allem Enthusiasmus geboten: Was bei etablierten Apps wie „kaufDA“ funktioniert, ist bei anderen Apps gefloppt: „ShopKick“ verlässt nach zwei Jahren den deutschen Markt, weil die auf Beacon –Technologie basierende App nicht von der breiten Masse angenommen wurde.

Bildquelle: © Antonioguillem – www.fotolia.com

Ansprechpartner:
Florian Schöps

BBE Handelsberatung München
Brienner Str. 45
80333 München

Tel: +49 89 55118-193
Fax: +49 89 55118-153
E-Mail: schoeps@bbe.de