Fußgängerzonen in Deutschland: Untersuchung bestätigt hohe Attraktivität der Münchner Innenstadt

Fußgängerzonen haben sich in Deutschland seit fast 50 Jahren als wichtiger Faktor innerstädtischer Attraktivität etabliert. In vielen bayerischen Kommunen konzentriert sich die Hauptanziehungskraft der Innenstadt in ihren außerordentlich lebenswerten und vitalen Fußgängerzonen.

Doch trotz der anerkannten Verbesserung der Aufenthaltsqualität für Besucher und Kunden kommt es in den letzten Jahren immer wieder zu Diskussionen und Konflikten, was die Dimensionierung oder sogar das grundsätzliche Erfordernis zur Einrichtung einer Fußgängerzone betrifft. Viele Betriebe sehen Fußgängerzonen häufig auch als Wettbewerbsnachteil. Diskussionen um die Wiederzulassung des PKW-Verkehrs in Fußgängerzonen bestätigen dies. In manchen Kommunen klagt der Einzelhandel nach Einführung einer Fußgängerzone über den Wegfall von Parkplätzen, über weniger Kunden und sinkende Umsätze.

Ein „Paradebeispiel für eine gute Fußgängerzone“ ist laut Markus Wotruba, Leiter Standortforschung bei der BBE Handelsberatung ist die Münchner Innenstadt. Dies bestätigt auch wieder eine aktuelle Passantenbefragung der BBE. Hierbei wurde die Passanten nach der Bekanntheit und dem Besuch von unterschiedlichen Einkaufsdestinationen in der Münchner Innenstadt befragt. Außerdem sollten Besucher und Kunden die erst kürzlich für den Autoverkehr gesperrte Sendlinger Straße bewerten.

Die Ergebnisse der Passantenbefragung zeigen eine sehr positive Ausgangssituation der Münchener Innenstadt. Sie verfügt über eine hohe Standortattraktivität und Strahlkraft. Dies zeigt sich in der Herkunft der Befragten, denn etwa die Hälfte der Befragten gab an, nicht aus der Stadt München oder den angrenzenden Landkreisen zu kommen. Wotruba: „Für die Erreichbarkeit der Innenstadt spielt der Münchner ÖPNV eine zentrale Rolle. Rund die Hälfte der Befragten kommt mit der U-Bahn oder S-Bahn in die Innenstadt. Die Shoppingdestinationen in der Münchner Innenstadt zeigen einen hohen Bekanntheitsgrad. Im Vergleich zum Vorjahr konnten sie fast durchweg an Bekanntheit gewinnen.“

Am häufigsten besuchten die befragten Passanten die Kaufinger Straße, die Hofstatt, die Stachus Passagen, die Sendlinger Straße und die Warenhäuser (Kaufhof/Karstadt). Die Umgestaltung der Sendlinger Straße zur Fußgängerzone hat die Attraktivität der Innenstadt weiter erhöht: Immerhin 85 Prozent der Befragten äußerten sich positiv. Die Sendlinger Straße war 2013 in einem ersten Abschnitt (zwischen Rindermarkt und Hackenstraße) zur Fußgängerzone umgestaltet worden. Im Juli 2016 wurde dann im Rahmen eines auf zunächst ein Jahr befristeten Verkehrsversuchs auch der Rest der Sendlinger Straße (zwischen Hackenstraße und Sendlinger Tor) zur Fußgängerzone. Wotruba: Unsere Ergebnisse der einjährigen Evaluation zeigen deutlich, dass diese Entscheidung auf breite Zustimmung stößt“. Die Sendlinger Straße soll nun zwischen Hacken- und Herzog-Wilhelm-Straße dauerhaft zur Fußgängerzone werden und auch optisch aufgewertet werden.

Die gesamte Passantenbefragung der BBE können Sie hier kostenlos downloaden.

Ansprechpartner:
Markus Wotruba

BBE Handelsberatung München
Brienner Str. 45
80333 München

Tel: +49 89 55118-176
Fax: +49 89 55118-153
E-Mail: wotruba@bbe.de