Digitale Einkaufsstadt Bayern: Arbeitsgemeinschaft um BBE schließt Modellprojekt erfolgreich ab

Als vor mehr als 20 Jahren in einer kleinen Garage mit Amazon einer der heute größten Online-Händler der Welt gegründet wurde, galt der Einkauf im Internet nur als Nachfolger des klassischen Versandhandels. Inzwischen wissen wir es besser. Die „Amazonisierung“ des Einzelhandels hat Verkäufern nicht nur einen weiteren Vertriebskanal eröffnet. Sie hat auch dazu geführt, dass sich das Einkaufs- und Mobilitätsverhalten der Kunden grundlegend verändert.

Gut zwei Jahrzehnte später zeigt der stationäre Handel in Deutschland kaum noch reales Wachstum. Umsatzsteigerungen finden hauptsächlich im Online-Handel statt.

Wenn Läden schließen, so die Befürchtung, veröden Einkaufsstraßen, sinken Steuereinnahmen, verlieren Städte an Lebensqualität. Mit dem 2015 vom bayerischen Wirtschaftsministerium initiierten Projekt „Digitale Einkaufsstadt Bayern“ sollen deshalb Wege gefunden werden, wie sich der stationäre Handel fit für die digitale Zukunft machen lässt. Mit der Durchführung des Modellprojekts wurde eine Arbeitsgemeinschaft aus BBE Handelsberatung, Elaboratum und CIMA betraut. 36 bayerische Gemeinden hatten sich für eine Teilnahme beworben, letztlich erhielten Pfaffenhofen an der Ilm, Günzburg und Coburg den Zuschlag.

Ziel des Projekts war es, die Kommunen und ihre Einzelhändler durch ein bedarfsgerechtes Coaching an wichtige digitale Innovationen heranzuführen. Hierfür wurden möglichst nachhaltige Lösungen angestrebt, welche die Fortschritte auch nach Ende des Modellprojekts weiter sichern können.

Im Fokus standen insbesondere neu entwickelte Online-Plattformen, die den örtlichen Einzelhändlern helfen sollten, sich den netzaktiven Kunden vor Ort zu präsentieren. „Besser daheim“ etwa kommt als Pfaffenhofener Online-Shop daher. Kunden können Artikel entweder direkt kaufen oder genau erfahren, wo sie in der Stadt erhältlich sind. Ähnlich ging Günzburg („wir-in-günzburg.de“) vor, das mit einem kostenlosen Versand wirbt. Wer bis 16.30 Uhr bestellt, dem fährt ein örtliches Taxi-Unternehmen den gewünschten Artikel noch am selben Tag bis vor die Haustür. „GoCoburg“ wiederum setzt vor allem auf Inhalte und Geschichten. Die Gesichter hinter der Ladentheke sollen nicht anonym bleiben.

Digitale Einkaufsstadt Pfaffenhofen a. d. Ilm:

Im Zuge eines „DigitalChecks“ prüfen Projektmanager den digitalen Status des teilnehmenden Betriebs auf „besser daheim“ und geben Empfehlungen zur Verbesserung. Nach drei Monaten wird geprüft, was hiervon umgesetzt werden konnte. Neben den Systemschulungen wird über die Veranstaltungsreihe „DigitalDialogPfaffenhofen“ ein exklusives Angebot für alle Teilnehmer des OnlineMarktplatzes angeboten

„wir-in-günzburg.de“:

In Günzburg legte ein Kernteam aus unterschiedlichen Akteuren der Stadt den Fokus auf die Einrichtung einer Online-Plattform als lokalem Marktplatz im Netz, kombiniert mit flankierenden Marketing-Maßnahmen wie der gezielten Qualifizierung der Händler durch ein breites Schulungsangebot.

Projektfortschritt von „GoCoburg.de“:

Um den Bekanntheitsgrad des Online-Portals zu steigern, werden regelmäßig Offline-Kampagnen durchgeführt. Diese werden über diverse Social-Media-Kanäle publik gemacht.

Eine zentrale Erkenntnis des Projekts ist der hohe Bedarf nach einer Weiterqualifizierung der Gewerbetreibenden vor Ort. Nicht die technologische Umsetzung, sondern das Wissen und der Wille zur Beteiligung sowie die technischen und redaktionellen Fertigkeiten der Unternehmer sind wichtige Gradmesser des digitalen Wandels der (Innen-)Städte.

Mit Blick auf die drei bayerischen Modellkommunen besteht die Herausforderung nun darin, die lokalen Online-Plattformen so bekannt und beliebt zu machen, dass sie den teilnehmenden Unternehmen dauerhaft einen echten Mehrwert bringen. Denn der mittel- und langfristige Erfolg dieser Angebote wird sich letztendlich anhand der Akzeptanz durch die Kunden messen lassen müssen. Diese entscheiden, wo und wie sie künftig einkaufen möchten.

Das Projekt ist nun zu Ende, die Online-Plattformen der drei Teilnehmer-Kommunen laufen aber weiter. Die Erfolge in den Modellkommunen setzen damit Maßstäbe für ganz Bayern. Nun gilt es, das Bewusstsein für die Bedeutung einer eigenen Digitalstrategie flächendeckend zu wecken und dafür zu sorgen, dass auch andere Städte und Kommunen von den gewonnenen Erkenntnissen in Coburg, Günzburg und Pfaffenhofen profitieren.


Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner erhält den Abschlussbericht der Projektleiter und Teilnehmer des Modellprojekts "Digitale Einkaufsstadt".

 

Hier finden Sie weitere Informationen zum Projekt Digitale Einkaufsstadt.

Den Abschlussbericht als PDF können Sie auch anfordern bei Natalie Keltsch, keltsch@bbe.de.

 

Ansprechpartner:
Sebastian Deppe

BBE Handelsberatung München
Brienner Str. 45
80333 München

Tel: +49 89 55118-148
Fax: +49 89 55118-153
E-Mail: deppe@bbe.de