BBE!CIMA!MB-Research: Kennzahlen der Einzelhandelszentralität 2017 veröffentlicht

Auch dieses Jahr hat BBE!CIMA!MB-Research aktuelle Zahlen zur Einzelhandelszentralität präsentiert. Im Vergleich zum Vorjahr waren keine größeren Veränderungen festzustellen: Nach wie vor führt Bremen das Ranking bei den Stadtstaaten an, das Saarland ist unverändert Spitzenreiter bei den Flächenstaaten. Passau verteidigt ebenfalls den ersten Platz der Kreise und kreisfreien Städte.

Um die Attraktivität einer Stadt oder einer Gemeinde als Einzelhandelsstandort bestimmen zu können, ist die Zentralitätsziffer ein wichtiger Indikator. Als attraktiv gilt ein Standort, wenn mehr Kaufkraft gebunden werden kann, als den Einwohnern zur Verfügung steht – wenn also Kundenströme aus dem Umland in die Stadt oder Gemeinde gelenkt werden können und der Standort eine Sogwirkung entfaltet. Die diesbezügliche Zentralitätskennziffer wird errechnet, indem die Nachfrage der Einwohner am Wohnort (Einzelhandelskaufkraft) dem Einzelhandelsumsatz gegenübergestellt wird.

BBE!CIMA!MB-Research hat nun die aktuellen Zahlen für das Jahr 2017 in Deutschland veröffentlicht. Die Gemeinde mit der höchsten Zentralität ist die Insel Fehmarn (507,0), gefolgt von der rheinland-pfälzischen Kleinstadt Mühlheim-Kärlich, die einen Wert von 465,4 aufweist. Vorjahressieger Bad Segeberg (460,4) landete direkt dahinter auf Platz drei. Alle drei Gemeinden können einen starken Konsumentenzustrom aus dem Umland verzeichnen, insbesondere die Insel Fehmarn profitiert hierbei auch vom jährlichen Tourismus.

Die Stadtstaaten Bremen (121,1) und Hamburg (114,0) führen – wie im Vorjahr – die Rangliste auf Länderebene an, sie profitieren von großen Einzugsgebieten und dem Städtetourismus. Das Saarland (112,0) folgt auf Platz drei, treibender Faktor hierfür ist die Nähe des Bundeslands zu Luxemburg. Berlin und Schleswig-Holstein belegen die Plätze vier und fünf.

Im Vergleich mit den anderen 7 größten Städten in Deutschland schneidet die Bundeshauptstadt nur mittelmäßig ab. Angeführt wird die Liste, wie schon im Vorjahr, von Stuttgart mit 122,2, gefolgt von Düsseldorf (117,7) und München (115,3).

Die Kreise und kreisfreien Städte mit den höchsten Zentralitätskennziffern sind durchweg in Bayern zu finden. Das niederbayrische Passau (234,1) hat die größte Sogwirkung, gefolgt vom fränkischen Schweinfurt (222,8) und Weiden in der Oberpfalz (208,5). Das niederbayrische Straubing (201,3) wurde auf den vierten Platz verdrängt, auf Platz fünf liegt die erste Stadt außerhalb Bayerns: Trier (190,5).

Allgemein lässt sich feststellen, dass insbesondere Städte und Gemeinden an den Landesgrenzen von Kundenströmen aus dem Ausland profitieren. Ein weiterer Faktor für eine hohe Zentralität ist der Tourismus und die großen potenziellen Einzugsgebiete, beispielsweise durch viel ländlichen Raum im Umland.

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